Geschichte der Volksschule Knollgasse von ihren Wurzeln bis heute

Seit 1040 ist das Gebiet von Dornbach und Neuwaldegg als Besitz des Stiftes St. Peter in Salzburg urkundlich nachgewiesen.  Die Besiedelung von Dornbach und Neuwaldegg und die Unterweisung der Bevölkerung erfolgte durch die Benediktiner Mönche.

Die Bildung der Untertanen war stets ein Anliegen der Benediktiner. Bereits im Jahre 1544 wurde die Anwesenheit eines Schullehrers anlässlich einer Visitation erwähnt.

Das erste Schulgebäude dürfte zwischen 1730 und 1740 erbaut worden sein und stand damals quer zum heutigen Rupertusplatz im Anschluss an die Kirche. Aus dieser Zeit existiert leider keine Ansicht.

1788 ermöglichte Graf LACY, ein Feldherr der Kaiserin Maria Theresia, einen Ausbau der Schule.

Als 1841 der Rupertusplatz erweitert wurde, demolierte man das mittlerweile baufällig gewordene Schulhaus und erbaute gegenüber der Pfarrkirche ein neues Schulhaus.

Doch auch dieses wurde bald zu klein und so fanden 1872/73 neuerlich ein Umbau und eine Erweiterung unter dem Baumeister Franz GLASER statt.

Das Schulhaus umfasste sechs Lehrzimmer, ein Konferenz-und Lehrerzimmer, sowie die Wohnräume für die Lehrer und den Schuldiener, die damals noch immer im Schulhaus wohnten. Die Lehrer waren auch für das Orgelspiel und Mesnerdienste zuständig.

1884  war die Schülerzahl von 80 im Jahre 1797 auf 480 Kinder angestiegen und erforderte den Bau eines zweiten Schulgebäudes für die Gemeinden Dornbach und Neuwaldegg.

In der Sitzung vom 28. 9. 1885 wurde beschlossen das zweite Schulgebäude neben dem Armenhaus in der Gemeindegasse, ab 1894 der heutigen Knollgasse, zu errichten.

Die Schule wurde nach Plänen des Architekten und Baumeisters Heinrich GLASER und vom Baumeister Johann STEINMETZ erbaut. Am 14. 12. 1886 fand die Schlüsselübergabe von Baumeister J. STEINMETZ an Heinrich PASCHING, den letzten Bürgermeister von Dornbach, statt.

1890 besuchten Schüler aus Hernals, Salmannsdorf, Weidlingbach und Hadersdorf die Schule mit Sprengeldispens.

Der Schulbesuch litt allerdings unter der Armut der Bevölkerung. Immer wieder wurden wenigstens einige bedürftige Kinder eingekleidet und mit warmem Schuhwerk bedacht, um ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen. Während des Winters erhielten bis zu 50 Kinder von Gönnern zu Mittag eine warme Mahlzeit, wodurch sich der Schulbesuch besserte.

Prinzipiell war die Schule Knollgasse die Knabenschule und die Schule auf dem Rupertusplatz die Mädchenschule.

Während der Jahre des 1. und 2. Weltkrieges wurden immer wieder die Schulen zusammengezogen und die Mädchen und Burschen besuchten gemeinsam (oft auch mit Wechselunterricht) eine der Schulen. So wurde die Schule Knollgasse 1945 Reservelazarett, weshalb alle Kinder die Schule am Rupertusplatz besuchten. 1946/47 war wiederum die Volksschule auf dem Rupertusplatz Flüchtlingslager, die Kinder besuchten im Wechselunterricht die VS Knollgasse. Erst ab 20. 4. 1949 fand wieder Normalunterricht in beiden Schulen statt. 

1936, zum 50jährigen Bestehen der VS Knollgasse, wurde übrigens elektrisches Licht eingeleitet. 

1960/61 erfolgte die Renovierung des Schulgebäudes in der Knollgasse. Das Haus wurde aufgestockt, die Schule auf dem Rupertusplatz endgültig abgerissen, an ihrer Stelle ein Wohngebäude errichtet.

Von 1919 bis 1972 befand sich an der Stelle des neuen Anbaues unseres jetzigen Schulhauses (Knollgasse 4) die Freiwillige Feuerwehr, später das Wachegebäude der Wiener Berufsfeuerwehr. 

aus "Die Reihe Archivbilder Wien- Hernals” von Trude Neuhold

Am 1. Juli 1974 wurde das Gebäude endgültig an die MA 52 übergeben und danach abgerissen. (vgl. Broschüre des Bezirksmuseums Hernals: Feuerwehr)

1975 wurden nach und nach 3 mobile Klassenräume im Schulhof (= heutiges neues Schulgebäude) errichtet.

1993 wurde schließlich nach Plänen des Architekten Erich TRAXLER unter dem Bürgermeister Dr. Helmut ZILK das neue Schulgebäude in Verbindung mit dem alten erbaut.

Während der Bauzeit wurden die mobilen Klassen aus dem ehemaligen Schulhof in dem seit längerem stark vergrößerten Schulgarten aufgestellt und gaben drei Klassen Unterkunft.

Die mobilen Klassenräume dienten nach Fertigstellung des neuen Schulhauses erstmalig (bis dahin gab es keinen Hort) dem Hort als Unterkunft.

2002 kamen vier Klassen in der neu errichteten „blauen Schule“ in der Hernalser Hauptstraße 220 – 222 (ehemalige Schule für Körperbehinderte in der Pezzlgasse) als Expositur zur Volksschule Knollgasse hinzu.

Derzeit wird der bereits schon einmal erweiterte Hort, der ein Containerbau war, im Schulgarten neu und vergrößert errichtet.

 

Literatur:

Festbroschüre zum 100jährigen Bestehen (1886 – 1986) der VS Knollgasse 

Hernals einst und jetzt von Dipl.-Volkswirt Fritz Ehrenreich 1994

Schulchroniken 1975 bis 1998

Herzlichen Dank an Frau Trude Neuhold, Leiterin des Bezirksmuseums Hernals, für die Zurverfügungstellung von Unterlagen.

                                                                                                                                           Sylvia Patronas